Tüll

Als Tüll bezeichnet man ein netzartiges Gewebe. Die netzartige Struktur entsteht, indem man beim Weben je zwei beisammenliegende Kettfäden nach jedem Einschuss verdreht. Dadurch kann der neue Schussfaden nicht ganz an den vorhergehenden Schussfaden angeschlagen werden, da sich die Kettfäden dazwischen kreuzen. Die Kettfäden können entweder abwechselnd nach rechts und nach links oder immer in dieselbe Richtung gedreht werden.

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Tüll mit Stickerei
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Bestandteile

Tüll wird aus Garnen verschiedener Feinheit gewebt und kommt glatt und einfach oder gestreift, gemustert, in Seide broschiert oder auch auf weißem oder schwarzem Grund mit bunten Blumen gestickt vor.

Der Begriff Tüll leitet sich von der französischen Stadt/Region Tulle ab, welche im 19. Jh. für derartige Gewebe bekannt war.

Befriff Gewebe

Gewebe ist der Oberbegriff für manuell oder maschinell gefertigte Erzeugnisse der Weberei wie Tuch, Samt, Velours, Plüsch, Frottee und sonstige textile Flächengebilde aus mindestens zwei rechtwinklig oder nahezu rechtwinklig verkreuzten Fadensystemen.

Die Fäden in Längsrichtung bezeichnet man als Kette oder Kettfäden. Die Querfäden heißen Schuss oder Schussfäden. Verbunden sind die Fäden durch die Verbindungsart Fadenverkreuzung. Fadenverkreuzung bedeutet nicht, dass Fäden kreuzend aufeinander liegen, sondern, dass Fäden in einem bestimmten Rhythmus (der Bindung genannt wird) über und unter den querliegenden Fäden durchgehen. Damit ein Gewebe ausreichend schiebefest ist, müssen die Kett- und Schussfäden meistens relativ dicht gewebt werden. Deshalb weisen die Gewebe bis auf wenige Ausnahmen auch ein geschlossenes Warenbild auf.

Gewebearten und Entstehung

Je nachdem, welche Kettfäden beim Weben angehoben bzw. gesenkt werden, entstehen unterschiedliche Gewebearten. Das daraus entstehende Warenbild mit mal oben, mal unten liegenden Kett- bzw. Schussfäden nennt man Bindung.
Die Anzahl der Kett- und Schussfäden, nachdem sich die Bindung wiederholt, bezeichnet man als Rapport.

Diese Bindungen beeinflussen nicht nur die Eigenschaften eines Gewebes.
Werden unterschiedlich farbige Garne verwendet, so spricht man von Farbeffekt- oder Buntgewebe.

Zu ihnen gehören zum Beispiel Nadelstreifen, Fischgrat, Pepita, Hahnentrittmuster und Schottenmustergewebe. Hierbei ergibt sich das Farbmuster durch eine Kombination von einfachen Bindungen und Farbfolgen in Kette und Schuss.

Gewebe haben eine Ober- und eine Unterseite, die als rechte und linke Warenseite bezeichnet werden.
Wenn Ober- und Unterseite das gleiche Aussehen haben, so spricht man von „gleichbindigem“ oder "gleichseitigem" Gewebe.

Eine wichtige Kenngröße für Gewebe ist die Fadendichte, die in Fäden pro cm für Kette und Schuss getrennt angegeben oder ausgezählt wird. Bei vielen Geweben ist die Schussfadendichte geringer als die Kettfadendichte, um die Produktionszeit möglichst gering zu halten.